Finanzstabilitätsrat: Deutsche Bank wird als weniger riskant eingestuft

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22. November 2019
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Redakton RISIKO MANAGER

Die Deutsche Bank verliert als Risikofaktor für das globale Finanzsystem offenbar an Relevanz. Der Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board, FSB) stufte das Institut in seiner am Freitag veröffentlichten Liste der global systemrelevanten Banken (G-SIBs) in eine niedrigere Kategorie ein.

Das Gremium attestierte der Bank in allen fünf zentralen Kategorien – Größe, grenzüberschreitendes Geschäft, Vernetzung im Finanzsektor, Ersetzbarkeit und Komplexität – ein geringeres Risiko, wie das Frankfurter Geldhaus mitteilte. Begründet wurde die Neuklassifizierung den Angaben zufolge mit der geringeren Verschuldung, den strategischen Anpassungen des Geschäfts der Bank, ihrer veränderten geografischen Aufstellung, dem geringeren Volumen im Geschäft mit Derivaten und allgemeinen Entwicklungen in der Branche. 

Der FSB habe daher die zusätzliche Kapitalpufferanforderung für das Kreditinstitut im Zusammenhang mit ihrem Status als global systemrelevantes Finanzinstitut von 2 auf 1,5 Prozent gesenkt. Da die Bank in ihrem Heimatmarkt Deutschland jedoch ebenfalls als systemrelevant eingestuft werde, betrage ihr Kapitalpuffer dafür gegenwärtig 2 Prozent. „Daher wird nach jetzigem Stand erwartet, dass die Anforderung an den Kapitalpuffer insgesamt unverändert bleibt“, erklärte die Deutsche Bank. Zudem bedeute die diesjährige Neubewertung durch den FSB, dass die Anforderung an die künftige Verschuldungsquote der Bank zum 1. Januar 2022 von 4 auf 3,75 Prozent sinkt. Ab diesem Zeitpunkt sei ein Aufschlag auf die Verschuldungsquoten global systemrelevanter Banken gesetzlich vorgeschrieben.

Der FSB wurde im Jahr 2009 als Konsequenz aus der globalen Finanzkrise durch die Gruppe der G20-Länder gegründet. FSB-Mitglieder sind unter anderem Notenbanken, Aufsichtsbehörden und Finanzministerien der G20-Staaten. Das Gremium hat insgesamt 30 global systemrelevante Kreditinstitute (G-SIB) auf dem Schirm. Die Behörde setzte in diesem Jahr erstmals die Toronto Dominion Bank auf ihre Liste. Auf Platz eins steht weiter JPMorgan gefolgt von der US-Investmentbank Citigroup und der britischen Großbank HSBC. Die Deutsche Bank wurde eigenen Angaben zufolge in der diesjährigen Klassifizierung als einzige der 30 global systemrelevanten Geldhäuser einer niedrigeren Kategorie zugewiesen. (ud)

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